Input: Gendermainstreaming aus Männersicht

Voraussetzung des Inputs ist Klarheit über das Ausmass der weiterhin vorhandenen Diskriminierung der Frauen: Lohn, Karriere, Arbeitsteilung, Sprache, Alltag/Um­gangs­formen, sexualisierte Gewalt und weitere Bereiche.

1. Männer als Betroffene

Die Privilegien der Männer haben einen hohen Preis. Die «verkehrte Diskriminierung» der Männer ist beachtlich.

Das legitimiert nicht die Diskriminierung der Frauen. Sondern hält sie aufrecht.

2. Männer im Gleichstellungsprozess

Gendermainstreaming bedeutet nicht nur, aber auch, folgendes: Die Männer tragen genauso wie die Frauen die Verantwortung für die Geschlechtergerechtigkeit.

Nun müssen die Männer Mitsprache haben im Gleichstellungsprozess. Aus doppeltem Grund: als Mitbetroffene und als Mitverantwortliche.

2.1. Zur Mitsprache: Problem I

Männermankos in Sachen Gleichstellung: Welche Männer können und wollen kompetent und engagiert Gleichstellung voranbringen?

2.2. Zur Mitsprache: Problem II

Gleichstellung als Hoheitsgebiet der Frauen: Wollen die Frauen überhaupt, dass Männer den Gleichstellungsprozess mitgestalten?

2.3. Teufelskreis

2.1. und 2.2. bilden zusammen einen Teufelskreis.

3. Packen wir's an.

 

3.1. Genderkompetenz für Männer

Es braucht gezielte Bildung für Männer. Hier geht es um Information über die Diskrimi­nie­rung der Frauen und über Themen vom Typ 1. und 2. (oben). Und es geht um kritische Diskussion über diese Informationen und über den laufenden Gleichstellungsprozess.

3.2. Unter Frauen über Frauenmacht nachdenken

Es braucht eine Diskussion unter gleichstellungsengagierten Frauen über folgende Frage: Soll, und wenn ja, wie weit und wie soll die Macht über die inhaltliche Gestaltung des Gleichstellungs­prozesses mit Männern geteilt werden?

3.3. Die Welt ist farbig        

Es gibt nicht die Männlichkeit und nicht den Feminismus, heute schon gar nicht mehr. Ungeahnte Chancen für wirklich Neues liegen zum Beispiel da, wo wir den Blick entwickeln für Vielfalt und Ausnahmen, für überraschende Ideen, neue Partnerschaften und neuartige Zusammenarbeit.                                                                                                                          © Christof Arn